Experten-Tipps

Ihre Schmuckstücke sind wertvolle Gegenstände, die Sie bestimmt lange und geschützt aufbewahren möchten. Aus diesem Grund geben Ihnen unsere Experten ein paar wertvolle Tipps und Erläuterungen über die Eigenschaften von Steinen, Perlen und Edelmetallen, damit Sie Ihre Schmuckstücke richtig pflegen und aufbewahren können.

Experten-Tipps für Edelmetalle

Gold

Gold ist das einzige Edelmetall von gelber, glänzender Farbe und fasziniert den Menschen seit Jahrtausenden. In reinem Zustand ist Gold allerdings zu weich für die Schmuckherstellung, daher wird es meist mit Silber und Kupfer legiert. Die gesetzlichen Feingehalte dürfen dabei aber nicht unterschritten werden. In Österreich ist dies z.B. Gold 585 oder 14 Karat und Gold 750 oder 18 Karat. Dies bedeutet, dass in einer Legierung 585 bzw. 750 Tausendstel Gewichtanteile aus dem Edelmetall bestehen müssen. 18 karätiges Gold ist weicher und hat eine intensivere Farbe als 14 karätiges.

Um ein Verkratzen zu vermeiden, Goldschmuck möglichst einzeln in Stoffbeutelchen in einer Schatulle aufbewahren. Schmuckstücke OHNE empfindliche Steine (wie z.B. Opal, Perle, Türkis, Koralle, Lapis, Malachit und Smaragd) kann man von Zeit zu Zeit selbst mit einer weichen Zahnbürste und milder Seifenlauge reinigen, noch besser in einem speziellen Goldtauchbad. Wichtig ist, die Schmuckstücke danach mit klarem Wasser abzuspülen. Ist die Oberfläche allerdings stark zerkratzt, hilft nur noch das Aufpolieren durch den Goldschmied.

Weißgold

Weißgold kommt in der Natur nicht vor. Es wurde zu Beginn des 20. Jhdts. entwickelt um eine günstigere Alternative zu dem damals gebräuchlichen Platin zu finden. Um Feingold seine Farbe zu entziehen, werden der Legierung Metalle wie z.B. Palladium, Platin, früher auch Nickel beigefügt. Die gesetzlichen Feingehaltsgrenzen (z.B. Gold 585/000 und 750/000) müssen natürlich auch hier eingehalten werden.

Da Weißgold nicht vollkommen weiß ist, sondern einen leichten Gelbton aufweist, wird es meist rhodiniert, d.h. auf galvanischem Weg mit einer Rhodiumschicht überzogen. Dieses hellweiße Edelmetall aus der Platingruppe lässt das Schmuckstück in einem einheitlichen Glanz erstrahlen und macht gleichzeitig die Oberfläche widerstandsfähiger.

Roségold

Roségold erhält seinen warmen Farbton durch einen höheren Kupferanteil als z.B. Gelbgold. Der Anteil an Feingold bleibt aber natürlich gleich. Wird der Kupferanteil in der Legierung weiter erhöht, so intensiviert sich der rötliche Farbton und man spricht von Rotgold.

Rosegold harmoniert besonders gut mit hellen Edelmetallen wie Silber, Weißgold oder auch Platin. Für die Pflege gelten die gleichen Hinweise wie für Gelbgold.

Silber

Silber ist ein reinweißes, hochglänzendes, in der Natur selten vorkommendes Edelmetall. Da es für die Schmuckgestaltung in reiner Form zu weich wäre, wird es fast immer mit Kupfer vermengt. Hauptsächlich wird Sterlingsilber verwendet, d.h. eine Silberlegierung mit 92,5 % Silber und 7,5 % Kupfer. Darüber hinaus wird Silber aufgrund seiner ausgezeichneten elektr. Leitfähigkeit häufig in der Halbleiter- und Elektroindustrie verwendet.

Silber reagiert mit den Schwefelverbindungen der Luft und bildet an der Oberfläche einen bräunlichen Belag. Dies ist z. B. bei Trachtenschmuck durchaus erwünscht und kann auch bewusst herbeigeführt werden.

Um dieses Anlaufen zu vermeiden bzw. zu verzögern, sollte Silberschmuck möglichst luftdicht, trocken, kühl und vor Sonnenlicht geschützt aufbewahrt werden. Von Zeit zu Zeit kann Silberschmuck mit einem speziellen Silbertauchbad oder Silberputztuch gereinigt werden.

Edelstahl

Bei Edelstahl handelt es sich um einen speziellen Stahl mit unterschiedlichen Legierungszusätzen. Er besitzt ausgezeichnete Trageeigenschaften, ist gut hautverträglich, löst keine Allergien aus und rostet nicht. Die Oberfläche lässt sich sowohl poliert als auch mattiert gestalten.

Bei allen positiven Aspekten des Edelstahls gibt es auch einen kleinen Nachteil: Edelstahl kann nicht gelötet werden, wodurch z.B. auch keine Ringweitenänderungen möglich sind.

Platin

Platin ist ein luft-, wasser- und säurebeständiges Edelmetall von grauweißer Farbe. Es besitzt eine hohe Dichte und einen hohen Schmelzpunkt. Die Bearbeitung von Platin wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Entwicklung der Knallgasflamme möglich. Auch heute sind für die Platinverarbeitung spezielle Apparaturen notwendig.

Platinschmuck kann man selbst mit warmem Seifenwasser und einer weichen Bürste reinigen. Von Zeit zu Zeit sollte man den Schmuck vom Fachmann aufpolieren lassen. Auch eine Mattierung ist möglich und setzt interessante Akzente.

Palladium

Palladium ist ein Edelmetall aus der Platingruppe mit hervorragenden Verarbeitungs- und Trageeigenschaften: Härter als Gold und zäher und härter als Platin, dabei aber nur halb so schwer. Palladium besitzt eine ansprechende grauweiße Farbe und ist sehr beständig gegen Korrosion und Anlaufen.

In Legierungen mit Gold vermag Palladium diesem die gelbe Farbe zu entziehen, daher wird es sehr oft für die Herstellung von Weißgold verwendet. Aber auch als eigenständiges Schmuckmaterial setzt sich Palladium immer mehr durch. Meist wird es in nahezu reiner Form von 95% oder 96% Anteilen Palladium und Legierungsmetallen wie z.B. Kupfer, Silber oder Rhodium verwendet.

Aufgrund seiner höheren Härte ist Palladium sehr beständig gegen Abrieb und läuft auch nicht an. Gegebenenfalls können stark beanspruchte Schmuckstücke aus Palladium, wie z.B. Ringe von Zeit zu Zeit durch den Goldschmied aufpoliert bzw. mattiert werden.

Vergolden

Das am Häufigsten in der Schmuckgestaltung zur Vergoldung angewendete Verfahren ist die Galvanische Vergoldung. Hierbei wird das zu vergoldende Schmuckstück am Minuspol befestigt und in ein Gefäß mit Goldelektrolyt getaucht. Mittels Gleichstrom werden Goldionen vom Pluspol gelöst, diese lagern sich auf dem Schmuckstück ab. Auf diese Art und Weise können vielfältige Oberflächengestaltungen vorgenommen werden: Feinvergoldung mit 22- oder 24-karätigem Gold, Rosévergoldung sowie eine besonders starke Beschichtung, die „Goldplattierung".

Vergoldete Schmuckstücke können nicht gelötet werden, da dies die Goldschicht zerstören würde. Dies ist z.B. bei Ringweitenänderungen zu berücksichtigen. Bei Schmuckstücken, die einer starken Beanspruchung ausgesetzt sind, wie z.B. Ringen und Armspangen, kann die Vergoldung mit der Zeit abgerieben werden. Hier hilft nur eine neuerliche Vergoldung durch den Goldschmied.

Rhodinieren

Als Rhodinieren wird eine Oberflächenbehandlung von Schmuckstücken bezeichnet, bei der auf galvanischem Weg Rhodium - ein Edelmetall der Platingruppe - aufgebracht wird. Meist wird dieses Verfahren bei Silber- und Weißgoldschmuck angewendet, um Verfärbungen zu vermeiden oder Lötstellen abzudecken. Auf Gelbgoldschmuckstücken wird durch partielle Rhodinierung - meist im Bereich von gefassten Steinen - ein optischer Akzent gesetzt.

Da die Rhodinierung durch die mechanische Beanspruchung beim Tragen des Schmuckstückes immer dünner wird, sollte die Rhodiumschicht von Zeit zu Zeit vom Goldschmied erneuert werden. Gerne beraten wir Sie diesbezüglich.

Ruthenieren

Rhutenium ist ein silberweißes bis graues Edelmetall aus der Gruppe der Platinmetalle. Allen Platinnebenmetallen gemeinsam ist eine hohe Dichte, Härte und ein hoher Schmelzpunkt. Diese Eigenschaften machen Ruthenium sehr interessant für die Oberflächengestaltung von Schmuck. Häufig wird es galvanisch als grau-schwarze Beschichtung aufgebracht. Vor allem in Kombination mit schwarzen Diamanten ergibt dies ein interessantes Aussehen.

Gegenüber dem in gleicher Weise eingesetzten Rhodium hat Ruthenium den Vorteil, dass es wesentlich günstiger ist. Ebenso sind stärkere und dadurch haltbarere Beschichtungen möglich.

Feingehalt

Für die Schmuckherstellung werden Edelmetalle mit anderen Metallen vermischt, man spricht dann auch von einer Legierung. Der Anteil an Edelmetall wird als Feingehalt bezeichnet. Die häufig verwendete Legierung Gold 585 (14 Karat) enthält 58,5% Feingold, bei Gold 750 (18 Karat) sind es sogar 75 %. Diese gesetzlich vorgegeben (Mindest-) Feingehalte dürfen nicht unterschritten werden.

Der entsprechende Feingehalt muss auf Schmuckstücken eingeprägt werden, dies wird auch als Punzierung bezeichnet.

Legierung

Durch das Vermischen von Edelmetallen mit anderen Metallen ergeben sich veränderte Eigenschaften wie z.B. Veränderung des Schmelzpunkts, Erhöhung der Härte, gute Schmiedbarkeit oder eine Veränderung der Farbe wie bei Weißgold oder Rotgold. Klassische Goldlegierungen setzen sich aus Gold, Silber und Kupfer zusammen. Je mehr Silber enthalten ist umso heller wird das Material, bei einem erhöhten Zusatz von Kupfer wird es röter.

In Österreich ist vor allem das hellere Gold 585 (14 Karat) gebräuchlich, im orientalischen und asiatischen Raum dominiert hingegen das intensivere 22 karätige Gold.

Experten-Tipps für Edelsteine

Brillantschmuck

Das schönste Funkeln garantiert der Brillantschliff. Er wurde im Lauf der Zeit immer weiter verbessert und modifiziert. Durch die ausgeklügelten Proportionen und mindestens 57 Facetten reflektiert der Diamant im Brillantschliff ein Maximum an Licht. Die Technik des Schleifens erfordert sehr viel Erfahrung und Genauigkeit, da kleinste Abweichungen der Proportionen die Brillanz stark beeinträchtigen können.

Allerdings ist auch bei geübten Steinschleifern der Materialverlust recht hoch: Zwischen 50-60% seines ursprünglichen Gewichts verliert der Diamant durch das Schleifen.

Expertentipp: Auch wenn der Brillant das Härteste natürlich vorkommende Mineral ist: Aufgrund seiner naturgegebenen Spaltbarkeit kann selbst er beschädigt werden. Daher sollte man Brillantschmuck vor Stößen und Druck schützen.

Saphir

Viele kennen den Saphir als blauen Edelstein. Er kommt aber in der Natur in vielen zarten Farben vor: gelb, orange, rosa, grün, violett und farblos. Die begehrteste Farbe ist das sogenannte Kornblumenblau, ein tiefes Blau mit einem Stich ins Violette.

Die Korund-Gruppe, zu der neben dem Saphir auch der Rubin zählt, zeichnet sich durch eine hohe Härte aus. Wichtige Fundorte sind Australien, Myanmar, Sri Lanka (Ceylon) und Thailand.

Expertentipp: Spricht man von „Saphir", so ist immer die blaue Varietät gemeint. Andere Farben müssen angeführt werden, z.B. rosa Saphir, gelber Saphir, etc.

Smaragd

Der Smaragd zählt zu den wertvollsten Edelsteinen. Neben dem blauen Aquamarin und dem verschiedenfärbigen Edelberyll ist er der grüne Vertreter der Beryllgruppe. Sein Grün ist so speziell, dass sogar ein Farbton nach ihm als „Smaragdgrün" benannt wurde. Einschlüsse kommen häufig vor, sie werden als „jardin" (franz. „Garten) bezeichnet und sind nicht zwangsläufig wertmindernd sondern stellen vielmehr ein Echtheitsmerkmal dar. Bedeutende Lagerstätten finden sich u.a. in Kolumbien, hier werden sehr schöne Qualitäten mit tiefgrüner Farbe abgebaut. Auch im österreichischen Habachtal/Salzburg werden Smaragde gefunden.

Expertentipp: Smaragde sind aufgrund ihrer Sprödigkeit und ihrer Einschlüsse und Spannungsrisse empfindlich gegenüber Hitzeeinwirkung und Druck. Sie sollten daher nicht im Ultraschall gereinigt werden. Um den Spannungen beim Fassen etwas entgegenzuwirken, hat man für den Smaragd einen eigenen Schliff entwickelt: Den Emerald Cut oder Achkant-Treppenschliff, ein rechteckiger Schliff mit abgeschrägten Ecken.

Rubin

Zum Rubin werden alle roten Vertreter der Korunde gezählt, einer Mineraliengruppe, der auch der Saphir angehört und die nach dem Diamant das härteste Material darstellt. Die Farbe wird durch Beimengungen von Chrom erzeugt und kann von hellem Rot über Purpurrot bis zu dunklem Rot mit einem Stich ins Bräunliche variieren. Die begehrteste Farbe ist das sogenannte „Taubenblutrot", ein reines Rot mit einem leichten Blauton.

Expertentipp: Als Symbolstein der Zusammengehörigkeit und der Liebe wird der Rubin zum 40-jährigen Hochzeitsjubiläum, der „Rubin-Hochzeit" sehr gerne geschenkt und in den Ehering eingearbeitet.

Aquamarin

Der lateinische Name bedeutet „Wasser des Meeres". Der Aquamarin kommt in den Farben hell- bis dunkelblau sowie in blaugrün vor, wobei intensive Blautöne am begehrtesten und wertvollsten sind. Bedeutende Lagerstätten finden sich in Brasilien aber auch in Australien, Indien, Madagaskar, Namibia und Sri Lanka.

Expertentipp: Schmuck mit Aquamarinen sollte nicht im Ultraschall, sondern mit lauwarmem Seifenwasser gereinigt werden. Bei Tätigkeiten im Haushalt sollte er vorsorglich abgelegt werden.

Topas

Der Topas kommt in der Natur in vielen Farben vor: gelb, rotbraun, hellblau, rosa, rot, violett, hellgrün und farblos. Unter dem Begriff „Imperial-Topas" wurden früher orange-rote, heute auch rosa- und pfirsichfarbene Topase zusammengefasst. Der Hauptfundort ist Brasilien, schöne Qualitäten liefern aber auch Nigeria, Sri Lanka und Russland.

Expertentipp: Vor allem bräunliche Farbtöne können bei intensiver Lichtbestrahlung ausbleichen und sollten daher nicht über längere Zeit dieser ausgesetzt werden.

Amethyst

Der Amethyst ist der violette Vertreter der umfangreichen Quarz-Gruppe, wobei die Farbe von hellem Blaßviolett bis zu tiefem Dunkelviolett variieren kann. Einschlussfreie, dünklere Steine sind am Wertvollsten.

Expertentipp: Amethyst sollte nicht über längere Zeit intensiver Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden, da die Farbe eventuell ausbleichen könnte. Auch beim Besuch eines Solariums sollte Amethystschmuck vorsorglich abgelegt werden.

Peridot

Der Peridot wird schon seit sehr langer Zeit vom Menschen als Schmuckstein verwendet. Die älteste bekannte Fundstätte liegt auf der Insel Zebirget oder St. John im Roten Meer, hier wurde mit großer Wahrscheinlichkeit bereits vor 3.500 Jahren Peridot abgebaut. Von dort stammt auch der größte geschliffene Stein mit 310 ct. Heute wird Peridot vor allem in Myanmar, Pakistan, Sri Lanka und den USA abgebaut.

Expertentipp: Nicht zuletzt seiner grünen Farbe wegen spricht man ihm eine harmonisierende Wirkung zu. Als Heilstein soll er vor allem Herz, Lunge und die Thymusdrüse schützen.

Citrin

Der Name dieses Steines aus der Quarz-Gruppe leitet sich von seiner zitronengelben Farbe ab, die allerdings von hellgelb über dunkelgelb bis zu einem Goldbraun variieren kann. Rotbraune bis orangebraune Steine werden in der Fachsprache als „ Madeira Citrin" bezeichnet, da der Farbton an reifen Madeira Wein erinnert. Oft wird Citrin durch Erhitzen von Amethyst hergestellt.

Expertentipp: Besonders schön kommt der warme Farbton des Citrins in Schmuckstücken und Fassungen aus Gelbgold zur Geltung, da dieses den harmonischen Gesamteindruck noch verstärkt.

Granat

Funde von Grabbeigaben belegen, dass der Granat schon seit mehr als 2.500 Jahren als Schmuckstein vom Menschen verwendet wird. Unter dem Begriff „Karbunkel- oder Karfunkelstein" wurden früher neben dem Granat auch alle anderen roten Steine zusammengefasst, da eine wissenschaftliche Untersuchung und Zuordnung noch nicht möglich war. Zur Namensgebung gibt es zwei Theorien: Entweder bezieht sich Granat auf das lateinische „granum" für Korn, wegen seiner rundlichen Kristalle oder auf „grantum" wegen der Ähnlichkeit mit den Samen des Granatapfelbaums.

Zur Granatgruppe zählen verschiedenfarbige Schmucksteine mit ähnlicher Kristallstruktur und verwandtem Chemismus. Häufig zu Schmuck verarbeitet wird z.B. der „Pyrop" (rot mit einem Braunton), der „Almandin" (Dunkelrot), der „Rhodolith" – ein Pyrop-Almandin Mischkristall, ein Rot mit Stich ins Violette und der „Spessartin" (orange), zu dem auch der seltene Mandarin-Granat mit einem leuchtenden, intensiven Orange zählt. Außerdem gibt es auch grüne Granate: Demantoid, Uwarowit und der erst 1974 entdeckte, smaragdgrüne Tsavorit (auch Tsavolith).

Expertentipp: Als Heilstein spricht der Granat vor allem das Herz und den Blutkreislauf an. Auch auf mit dem Herzen assoziierte Werte wie Liebe und Freundschaft soll der Granat eine harmonisierende Wirkung ausüben.

Zirkonia

Der Zirkonia ist der wohl beliebteste und am weitesten verbreitete Brillantimitationsstein schlechthin. Grund dafür ist seine hohe Lichtbrechung (verantwortlich für den Glanz), sein Feuer und seine relativ hohe Härte: 8,5 auf der Mohsschen Härteskala bei einer Bewertung von 1 (sehr weich) bis 10 (Diamanthärte). Er wird vorwiegend im Brillantschliff geschliffen und ist von einem Laien im gefassten Zustand kaum von einem echten Stein zu unterscheiden. Der Name leitet sich von einem natürlich vorkommenden Stein ab, dem Zirkon, mit dem der Zirkonia aber nur die Brillanz und das Feuer gemein hat, nicht aber die chemische Zusammensetzung.

Expertentipp: Der Zirkonia wurde in den 1970er Jahren auf den Markt gebracht und ist seither aus der Schmuckgestaltung nicht mehr wegzudenken. Er ist ein recht unproblematischer Stein, der außer in farblos auch in gelb, rosa, rot, blau, grün, violett und in schwarz produziert wird.

Bernstein

Bernstein besteht aus einem fossilen Baumharz. Der Name leitet sich vom niederdeutschen „börnen" ab, was auf die Brennbarkeit von Bernstein zurückzuführen ist. Die häufigsten Farben sind hell- bis goldgelb sowie orange, aber auch weiß und bräunliche Töne sind möglich. Bernstein wird hauptsächlich im Baltikum, in Sizilien, der Dominikanischen Republik und in Mexiko abgebaut.

Expertentipp: Um sich lange an seinem schönen Farbspiel erfreuen zu können, sollte der Bernstein vor Chemikalien, Alkohol und Parfüm geschützt werden.

Markasit

Als Handelsbezeichnung hat sich der Begriff „Markasitschmuck" bis heute gehalten, jedoch wird in der Schmuckgestaltung meist der Begriff "Pyrit" verwendet.

Dieser metallisch glänzende, graugelbe Stein ist dem Markasit vom Aussehen recht ähnlich, besitzt den gleichen Chemismus aber eine unterschiedliche Kristallstruktur und ist daher widerstandsfähiger. Besonders in traditionellem Trachtenschmuck wird Markasit/Pyrit sehr gerne verwendet, da er sehr gut mit Schmucksteinen wie Granat, Malachit oder Perlen harmoniert und sehr edel wirkt. Zunehmend findet er aber auch in modernem Silberschmuck Verwendung.

Expertentipp: Der Name Pyrit stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Feuerstein". Bereits in der Steinzeit wurde er vom Menschen verwendet um Feuer zu entfachen.

Onyx

Onyx ist eine Varietät des Chalcedons, der wiederum zu den Quarzen gezählt wird. Er kommt meist gebändert vor, d.h. weiße und schwarze Lagen wechseln sich ab, weshalb er auch gerne als Lagenstein für die Herstellung von Gemmen und Cameen verwendet wird. Eine weitere Varietät ist der braunen Sard-Onyx.

Expertentipp: Als Monatsstein wird der Onyx dem Steinzeichen Steinbock zugeordnet.

Amazonit

Der Amazonit ist ein Stein aus der Feldspatgruppe von grüner bis bläulichgrüner Farbe. Die Hauptlagerstätten sind USA, Brasilien, Indien, Kenia und Russland.

Expertentipp: Amazonit ist aufgrund seiner Kristallstruktur leicht spaltbar. Daher sollte man grobe Stöße und Druck bei Schmuck aus Amazonit vermeiden.

Hämatit

oder Blutstein; der Name dieses undurchsichtigen, schwarz bis schwarzgrauen Steines leitet sich vom blutroten Kühlwasser ab, das beim Schleifen anfällt. Fundorte sind Großbritannien, Brasilien, China, Neuseeland und Tschechien.

Expertentipp: Der Stein ist relativ empfindlich gegenüber Säuren. Bei Haushaltsarbeiten sollte Schmuck mit Blutstein daher vorsorglich abgelegt werden. Dies gilt zB auch für das hantieren mit Salatmarinaden (Essig- und Zitronensäure!)

Chalcedon

Chalcedone sind Vertreter der Quarz-Gruppe, dazu zählen der Achat, Baumstein, Chrysopras, Heliotrop, Holzstein, Jaspis, Karneol, Moosachat, Onyx, Sarder sowie der eigentliche Chalcedon mit weißgrauer bis bläulicher Farbe. Oft sind diese Steine gebeizt.

Expertentipp: Da Chalcedone oft künstlich gefärbt werden, sollte übermäßiger Wärmeeinfluss vermieden werden. Dies gilt auch für intensive Sonnen- oder Spotlichtbestrahlung.

Chrysopras

Charakteristisch für den Chrysopras ist seine apfelgrüne Farbe. Er ist der wertvollste Stein aus der Gruppe der Chalcedone, die wiederum zu den Quarzen gezählt wird.

Expertentipp: Die intensive Farbe kann durch direkte Sonneneinstrahlung und Hitzeeinwirkung etwas verblassen. Diese sollte daher vermieden werden.

Jade

Der Name "Jade" leitet sich vom spanischen „piedra de ijada" (Lendenstein) ab. Man sagte dem schon seit ca. 7000 Jahren bekannten Schmuckstein nämlich Heilwirkung gegen Nierenleiden nach. Zur Jade-Gruppe zählt man Jadeit und Nephrit, jedoch ist die genaue Unterscheidung recht schwierig. Neben der teuersten, smaragdgrünen „ Imperial-Jade" kommt Jade auch in weiß, orange, rosa, braun und grau vor.

Expertentipp: Schmuck aus Jade sollte nicht im Ultraschallgerät oder Silbertauchbad gereinigt werden.

Karneol

Der Karneol ist ein braunroter Vertreter der Quarz-Gruppe, die Farbe wird durch natürliche Eisenbeimengungen hervorgerufen. Durch Erhitzen kann die Farbe verbessert und intensiviert werden.

Expertentipp: Als Heilstein soll der Karneol Vitalität und Lebensfreude steigern und sich positiv auf das Blut, die Durchblutung und den Kreislauf auswirken.

Lapis Lazuli

Beim Lapis Lazuli handelt es sich um ein intensiv blaues, undurchsichtiges Gestein. Durch Vermahlen erhielt man früher das Pigment „Ultramarin", welches in der klassischen Malerei Anwendung fand.

Eingelagerter, fein verteilter Pyrit stellt ein Echtheitsmerkmal dar und mindert die Qualität nicht, der weißlich-graue Calcit hingegen mindert bei starkem Vorkommen den Wert erheblich. Die ältesten Abbaugebiete liegen in Afghanistan, hier wurde schon vor 6000 Jahren Lapis abgebaut.

Expertentipp: Lapis ist empfindlich gegen starken Druck, hohe Temperaturen, heiße Bäder sowie Säuren und Seifen.

Opal

Grundsätzlich unterscheidet man die schillernden Edelopale, die gelbroten Feueropale und die gemeinen Opale ohne Farbspiel.

Bei den Edelopalen gibt es wiederum etliche Untergruppen wie beispielweise den Boulder-Opal, den schwarzen oder den weißen Opal.

Als „opalisieren" wird ein regenbogenartiger Schiller bezeichnet, wofür kleinste Kügelchen des Minerals „Cristobalit" eingelagert in eine Kieselgelmasse, verantwortlich sind.

Expertentipp: Da Opale immer einen Anteil an Wasser enthalten, sind sie äußerst empfindlich gegen Hitze. Zum Beispiel kann schon Händewaschen mit heißem Wasser zum Austrocknen und einer damit verbundenen Sprungbildung führen.

Howlith

Howlith ist ein milchig weißes, undurchsichtiges Mineral, häufig mit schwarzen und dunkelbraunen Adern durchzogen.

Benannt wurde der Stein nach einem kanadischen Geologen und Mineralogen Henry How. Howlith lässt sich sehr gut einfärben und wird daher oft als Ersatzstein für Türkis verwendet.

Expertentipp: Da Howlith häufig eingefärbt wird, sollte er von Kosmetika und Parfum ferngehalten werden, um einen Farbverlust zu vermeiden.

Rosenquarz

Rosenquarz ist kräftig rosa bis blassrosa, meist etwas trüb und nur selten klar. Meist wird er als Cabochon geschliffen. Die Hauptfundorte sind Brasilien, Madagaskar und Indien.

Expertentipp: Der Rosenquarz gilt als Heilstein des Herzens und sollte als Schutzstein vor elektromagnetischen Strahlen, zB am Computer aufgestellt werden.

Türkis

Türkis kommt in himmelblau, blaugrün und apfelgrün vor, hervorgerufen durch Kupfer- und Eisenbeimengungen. Oft ist er mit braunen oder schwarzen Adern, der sogenannten „Türkis-Matrix" durchzogen. Bereits um 4000 v. Chr. wurde in Ägypten Türkis abgebaut, heute sind die wichtigsten Lagerstätten in Mexico, China, Iran und in den USA.

Expertentipp: Türkis sollte vor Kosmetika, Reinigungsmitteln und Säuren (auch Essig- oder Zitronensäure) ferngehalten werden. Türkisringe vor dem Händewaschen besser abnehmen!

Prasiolith

Dieser hellgrüne Stein aus der Quarz-Gruppe kommt natürlich nur sehr selten vor. Er wird daher häufig durch Erhitzen („Brennen") von violettem Amethyst oder gelbem Quarz aus ganz bestimmten Lagerstätten erzeugt.

Der Begriff Prasiolith kommt aus dem Griechischen und bedeutet „lauchgrüner Stein", die manchmal verwendete Bezeichnung „grüner Amethyst" ist eigentlich falsch.

Expertentipp: Manchmal kann die grüne Farbe durch Einwirken von Sonnenlicht verblassen, daher sollte dieser Stein vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Bergkristall

Der Bergkristall ist der farblose Vertreter aus der Quarz-Gruppe, er besteht aus Siliciumdioxid.

Expertentipp: Nicht nur bei Sammlern beliebt sind Bergkristalle mit Einlagerungen von anderen Mineralien wie z. B. goldfärbige Rutilnadeln oder schwarzer Turmalin.

Turmalin

Der Turmalin ist ein wunderschöner Edelstein, der in allen Farben vorkommt und verschiedene Handelsbezeichnungen erhalten halt: Rosa bis Rot: „Rubellit"; Blau „Indigolith"; Grün „Verdelith", der schwarze Turmalin wird als „Schörl" bezeichnet und der Gelbbraune als „Dravit".

Expertentipp: Eine Besonderheit des Turmalins ist, sich durch Reibung elektrostatisch aufzuladen und Teilchen aus der Luft anzuziehen. Schmuck mit Turmalinen sollte daher von Zeit zu Zeit mit mildem Seifenwasser und einem weichen Tuch gereinigt werden.

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