Experten-Tipps für Perlen

 

 

Naturperlen

Bezeichnung für Perlen, die auf natürlichem Weg, ohne Zutun des Menschen entstanden sind. Sie sind extrem selten und noch viel seltener kommen vollkommene, runde Exemplare vor. Zusätzlich muss erstmal jene Muschel mit enthaltener Perle am Meeresgrund vom Menschen gefunden und geborgen werden.

Dementsprechend kostbar und teuer sind natürliche Perlen.

Expertentipp: Durch den langen Entstehungsprozess bestechen Naturperlen durch einen unvergleichlichen Schimmer und Lüster.

 

Salzwasserkulturperlen

Zu den im Meerwasser gezüchteten Perlen zählen neben den Akoya Perlen auch Südsee- und Tahitikulturperlen. Erste Erfolge, Perlen durch Zutun des Menschen zu züchten hatte der Japaner Mikimoto in den 1920er Jahren.

Die Akoya-gai Muschel wird mittels eines eingesetzten Perlmuttkügelchens angeregt, dieses in 2 bis 4 Jahren Schicht für Schicht mit Perlmutt zu überziehen. Da die Auster relativ klein ist, erreichen auch die Perlen nur eine Größe von maximal 10 mm Durchmesser, meist sind sie nur 6-8 mm groß.

Expertentipp: Bei Perlcolliers  ist vor allem die sorgfältige Sortierung ein wichtiges Qualitätskriterium. Nur wenn die Perlen in Lüster, Farbe und Form perfekt zueinander passen, ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild.

 

Süßwasserkulturperlen

Süßwasserkulturperlen werden in Seen und Flüssen gezüchtet und besitzen im Gegensatz zu Salzwasserkulturperlen meist keinen Kern aus Perlmutt. In einem Zeitraum von 2 - 6 Jahren  können so pro Muschel bis zu 50 Perlen in den Farben weiß, lachs, lila und pink gezüchtet werden. Hauptproduktionsland für Süßwasserkulturperlen ist die Volksrepublik China.

Expertentipp: Wertbestimmende Faktoren bei Perlen sind vor allem Lüster und Größe (Perlmuttstärke), die Oberflächenbeschaffenheit sowie Form und Farbe.

 

Südseekulturperlen

Südseekulturperlen werden in der 20-35cm großen Auster „pinctada maxima“ in den warmen Meeresgewässern um Australien, Siam, Thailand, Indonesien und den Philippinen herangezüchtet.  

In einem Zeitraum von bis zu 2 Jahren kann pro Auster nur eine Perle heranwachsen und eine Größe von 11-13mm, in ganz seltenen Fällen bis zu 20mm Größe erreichen.

Die Farben reichen von weiß, weiß-rosé, creme, grau bis zu goldfarben.

Expertentipp: Auf Grund ihrer chemischen Zusammensetzung sind alle Perlen, gleich ob Natur- oder Zuchtperlen, sehr empfindlich gegenüber chemischen und mechanischen Einflüssen. Daher sollte Schmuck mit Perlen vorsorglich bei Tätigkeiten im Haushalt abgenommen werden.

 

Tahitikulturperlen

Tahitikulturperlen werden in der schwarzlippigen Auster, lateinisch „pinctada margaritifera“ in den Gewässern um Französisch-Polynesien und den Cookinseln herangezüchtet. Auf diese Weise entstehen in einem bis zu 2 Jahre dauernden Prozess Perlen in den Farben schwarz, grau, grün und aubergine mit einer Größe von bis zu 20mm Durchmesser.

Tahitikulturperlen zeichnen sich durch die Intensität und Brillanz ihrer Farben aus. Außerdem bildet sich in den warmen Meeresgewässern eine besonders dicke Perlmuttschicht.

Expertentipp: Bei der Pflege gelten die gleichen Grundregeln wie für alle Perlen:
- Nicht mit Haarspray, Parfüm und Alkohol in Berührung bringen
- Perlschmuck einzeln in einem weichen Tuch aufbewahren, um Kratzer und Beschädigungen zu vermeiden
- Um Spuren von Kosmetika zu entfernen, empfiehlt sich das regelmäßige Abreiben mit einem feuchten Tuch

 

Akoyaperlen

Akoyaperlen werden im Salzwasser in der Auster „ Pinctada fuccata martensii (japanisch: Akoya-gai) in einem Zeitraum von bis zu 2 Jahren gezüchtet. Da es sich um eine relativ kleine Austernart handelt, sind auch die entstehenden Perlen mit einer Größe von bis zu 10mm nicht allzu groß.

Die Perlen besitzen einen implantierten Kern aus Perlmutt und sind für ihren schimmernden Lüster bekannt. Die Farben variieren von weiß, weiß-rosé, silber, crème über gold bis zu champagner.

Expertentipp: Da Perlen auch einen gewissen Anteil an Wasser enthalten, sollten sie auf keinen Fall geföhnt oder auf die Heizung gelegt werden. Sie könnten sonst austrocknen und Risse bekommen.

 

Barockperlen

Als Barockperlen werden unregelmäßig geformte Perlen bezeichnet.

 

Mabékulturperlen

Mabékulturperlen oder auch Zuchtschalenperlen werden in der Mabé-Muschel (Pteria penguin) oder in Muscheln der Art Pinctada maxima nach der Ernte von Südseekulturperlen herangezüchtet.

Es sind halbe, hohle Perlen, die zwischen Schale und Weichkörper gezüchtet werden. Die so entstandene Perle wird herausgeschnitten, der Kern herausgelöst und der Hohlraum mit Harz gefüllt und mit einem Perlmuttplättchen versiegelt.

Expertentipp: Für Mabékulturperlen gelten generell die gleichen Pflegehinweise wie für Perlen. Da sie mit Klebstoff aus mehreren Teilen zusammengefügt werden, sollte man den Kontakt mit Wasser vermeiden und Ringe beim Händewaschen besser ablegen.

 

Imitationsperlen

Imitationsperlen werden aus verschiedenen Materialien hergestellt. Bei der sogenannten „Mallorcaperle“ besteht das Innere der Perle aus einem Glaskern, der mit einer schillernden Schicht aus geriebenen Fischschuppen und abschließend mit einer Lackschicht überzogen wird.

Shellperlen oder Muschelkernperlen besitzen einen gedrechselten Perlmuttkern und werden mit Pigmenten aus gemahlenem Perlmutt und ebenfalls mit einer Lackschicht überzogen.

Expertentipp: Da Imitationsperlen zumindest teilweise aus organischem Material bestehen, sollten sie wie natürliche Perlen behandelt werden - Vermeidung von Kosmetika, Alkohol, Haarspray, Parfum. Vor dem Baden und Duschen sowie bei Arbeiten im Haushalt sollte Schmuck mit
Imitationsperlen abgelegt werden.

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