Experten-Tipps für Edelmetalle

 

Gold

Gold ist das einzige Edelmetall von gelber, glänzender Farbe und fasziniert den Menschen seit Jahrtausenden. In reinem Zustand ist Gold allerdings zu weich für die Schmuckherstellung, daher wird es meist mit Silber und Kupfer legiert. Die gesetzlichen Feingehalte dürfen dabei aber nicht unterschritten werden. In Österreich ist dies z.B. Gold 585 oder 14 Karat und Gold 750 oder 18 Karat. Dies bedeutet, dass in einer Legierung 585 bzw. 750 Tausendstel Gewichtanteile aus dem Edelmetall bestehen müssen. 18 karätiges Gold ist weicher und hat eine intensivere Farbe als 14 karätiges.

Expertentipp: Um ein Verkratzen zu vermeiden, Goldschmuck möglichst einzeln in Stoffbeutelchen in einer Schatulle aufbewahren. Schmuckstücke OHNE empfindliche Steine (wie z.B. Opal, Perle, Türkis, Koralle, Lapis, Malachit und Smaragd) kann man von Zeit zu Zeit selbst mit einer weichen Zahnbürste und milder Seifenlauge reinigen, noch besser in einem speziellen Goldtauchbad. Wichtig ist, die Schmuckstücke danach mit klarem Wasser abzuspülen. Ist die Oberfläche allerdings stark zerkratzt, hilft nur noch das Aufpolieren durch den Goldschmied.

 

Weißgold

Weißgold kommt in der Natur nicht vor. Es wurde zu Beginn des 20. Jhdts. entwickelt um eine günstigere Alternative zu dem damals gebräuchlichen Platin zu finden. Um Feingold seine Farbe zu entziehen, werden der Legierung Metalle wie z.B. Palladium, Platin, früher auch Nickel beigefügt. Die gesetzlichen Feingehaltsgrenzen (z.B. Gold 585/000 und 750/000) müssen natürlich auch hier eingehalten werden.

Expertentipp: Da Weißgold nicht vollkommen weiß ist, sondern einen leichten Gelbton aufweist, wird es meist rhodiniert, d.h. auf galvanischem Weg mit einer Rhodiumschicht überzogen. Dieses hellweiße Edelmetall aus der Platingruppe lässt das Schmuckstück in einem einheitlichen Glanz erstrahlen und macht gleichzeitig die Oberfläche widerstandsfähiger.

 

Roségold

Roségold erhält seinen warmen Farbton durch einen höheren Kupferanteil als z.B. Gelbgold. Der Anteil an Feingold bleibt aber natürlich gleich. Wird der Kupferanteil in der Legierung weiter erhöht, so intensiviert sich der rötliche Farbton und man spricht von Rotgold.

Expertentipp:Rosegold harmoniert besonders gut mit hellen Edelmetallen wie Silber, Weißgold oder auch Platin. Für die Pflege gelten die gleichen Hinweise wie für Gelbgold.

 

Silber

Silber ist ein reinweißes, hochglänzendes, in der Natur selten vorkommendes Edelmetall. Da es für die Schmuckgestaltung in reiner Form zu weich wäre, wird es fast immer mit Kupfer vermengt. Hauptsächlich wird Sterlingsilber verwendet, d.h. eine Silberlegierung mit 92,5 % Silber und 7,5 % Kupfer. Darüber hinaus wird Silber aufgrund seiner ausgezeichneten elektr. Leitfähigkeit häufig in der Halbleiter- und Elektroindustrie verwendet.

Silber reagiert mit den Schwefelverbindungen der Luft und bildet an der Oberfläche einen bräunlichen Belag. Dies ist z. B. bei Trachtenschmuck durchaus erwünscht und kann auch bewusst herbeigeführt werden.

Expertentipp: Um dieses Anlaufen zu vermeiden bzw. zu verzögern, sollte Silberschmuck möglichst luftdicht, trocken, kühl und vor Sonnenlicht geschützt aufbewahrt werden. Von Zeit zu Zeit kann Silberschmuck mit einem speziellen Silbertauchbad oder Silberputztuch gereinigt werden.

 

Edelstahl

Bei Edelstahl handelt es sich um einen speziellen Stahl mit unterschiedlichen Legierungszusätzen. Er besitzt ausgezeichnete Trageeigenschaften, ist gut hautverträglich, löst keine Allergien aus und rostet nicht. Die Oberfläche lässt sich sowohl poliert als auch mattiert gestalten.

Expertentipp:Bei allen positiven Aspekten des Edelstahls gibt es auch einen kleinen Nachteil: Edelstahl kann nicht gelötet werden, wodurch z.B. auch keine Ringweitenänderungen möglich sind.

 

Platin

Platin ist ein luft-, wasser- und säurebeständiges Edelmetall von grauweißer Farbe. Es besitzt eine hohe Dichte und einen hohen Schmelzpunkt. Die Bearbeitung von Platin wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Entwicklung der Knallgasflamme möglich. Auch heute sind für die Platinverarbeitung spezielle Apparaturen notwendig.

Expertentipp: Platinschmuck kann man selbst mit warmem Seifenwasser und einer weichen Bürste reinigen. Von Zeit zu Zeit sollte man den Schmuck vom Fachmann aufpolieren lassen. Auch eine Mattierung ist möglich und setzt interessante Akzente.

 

Palladium

Palladium ist ein Edelmetall aus der Platingruppe mit hervorragenden Verarbeitungs- und Trageeigenschaften: Härter als Gold und zäher und härter als Platin, dabei aber nur halb so schwer. Palladium besitzt eine ansprechende grauweiße Farbe und ist sehr beständig gegen Korrosion und Anlaufen.

In Legierungen mit Gold vermag Palladium diesem die gelbe Farbe zu entziehen, daher wird es sehr oft für die Herstellung von Weißgold verwendet.  Aber auch als eigenständiges Schmuckmaterial setzt sich Palladium immer mehr durch. Meist wird es in nahezu reiner Form von 95% oder 96% Anteilen Palladium und Legierungsmetallen wie z.B.  Kupfer, Silber oder Rhodium verwendet.

Expertentipp: Aufgrund seiner höheren Härte ist Palladium sehr beständig gegen Abrieb und läuft auch nicht an. Gegebenenfalls können stark beanspruchte Schmuckstücke aus Palladium, wie z.B. Ringe von Zeit zu Zeit durch den Goldschmied aufpoliert bzw. mattiert werden.

 

Vergolden

Das am Häufigsten in der Schmuckgestaltung zur Vergoldung angewendete Verfahren ist die Galvanische Vergoldung. Hierbei wird das zu vergoldende Schmuckstück am Minuspol befestigt und in ein Gefäß mit Goldelektrolyt getaucht. Mittels Gleichstrom werden Goldionen vom Pluspol gelöst, diese lagern sich auf dem Schmuckstück ab. Auf diese Art und Weise können vielfältige Oberflächengestaltungen vorgenommen werden: Feinvergoldung mit 22- oder 24-karätigem Gold, Rosévergoldung sowie eine besonders starke Beschichtung, die „Goldplattierung“.

Expertentipp: Vergoldete Schmuckstücke können nicht gelötet werden, da dies die Goldschicht zerstören würde. Dies ist zB bei Ringweitenänderungen zu berücksichtigen. Bei Schmuckstücken, die einer starken Beanspruchung ausgesetzt sind, wie zB Ringen und Armspangen, kann die Vergoldung mit der Zeit abgerieben werden. Hier hilft nur eine neuerliche Vergoldung durch den Goldschmied.

 

Rhodinieren

Als Rhodinieren wird eine Oberflächenbehandlung von Schmuckstücken bezeichnet, bei der auf galvanischem Weg Rhodium - ein Edelmetall der Platingruppe - aufgebracht wird. Meist wird dieses Verfahren bei Silber- und Weißgoldschmuck angewendet, um Verfärbungen zu vermeiden oder Lötstellen abzudecken. Auf Gelbgoldschmuckstücken wird durch partielle Rhodinierung - meist im Bereich von gefassten Steinen - ein optischer Akzent gesetzt.

Expertentipp: Da die Rhodinierung durch die mechanische Beanspruchung beim Tragen des Schmuckstückes immer dünner wird, sollte die Rhodiumschicht von Zeit zu Zeit vom Goldschmied erneuert werden. Gerne beraten wir Sie diesbezüglich.

 

Ruthenieren

Rhutenium ist ein silberweißes bis graues Edelmetall aus der Gruppe der Platinmetalle. Allen Platinnebenmetallen gemeinsam ist eine hohe Dichte, Härte und ein hoher Schmelzpunkt. Diese Eigenschaften machen Ruthenium sehr interessant für die Oberflächengestaltung von Schmuck. Häufig wird es galvanisch als grau-schwarze Beschichtung aufgebracht. Vor allem in Kombination mit schwarzen Diamanten ergibt dies ein interessantes Aussehen.

Expertentipp: Gegenüber dem in gleicher Weise eingesetzten Rhodium hat Ruthenium den Vorteil, dass es wesentlich günstiger ist. Ebenso sind stärkere und dadurch haltbarere Beschichtungen möglich.

 

Feingehalt

Für die Schmuckherstellung werden Edelmetalle mit anderen Metallen vermischt, man spricht dann auch von einer Legierung. Der Anteil an Edelmetall wird als Feingehalt bezeichnet. Die häufig verwendete Legierung  Gold 585 (14 Karat) enthält 58,5% Feingold, bei Gold 750 (18 Karat) sind es sogar 75 %. Diese gesetzlich vorgegeben (Mindest-) Feingehalte dürfen nicht unterschritten werden.

Expertentipp: Der entsprechende Feingehalt muss auf Schmuckstücken eingeprägt werden, dies wird auch als Punzierung bezeichnet.

 

Legierung

Durch das Vermischen von Edelmetallen mit anderen Metallen ergeben sich veränderte Eigenschaften wie z.B. Veränderung des Schmelzpunkts, Erhöhung der Härte, gute Schmiedbarkeit oder eine Veränderung der Farbe wie bei Weißgold oder Rotgold. Klassische Goldlegierungen setzen sich aus Gold, Silber und Kupfer zusammen. Je mehr Silber enthalten ist umso heller wird das Material, bei einem erhöhten Zusatz von Kupfer wird es röter.

Expertentipp: In Österreich ist vor allem das hellere Gold 585 (14 Karat) gebräuchlich, im orientalischen und asiatischen Raum dominiert hingegen das intensivere 22 karätige Gold.

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